Hintergrund

Die Liegenschaft

Gut Melb ist ein malerischer Gutshof, welcher Eigentum des Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalens (kurz: BLB NRW) ist. Der Gutshof wird bis heute an die Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn vermietet und steht bereits seit 2016 leer.

Gut Melb bildet eine naturbelassene Enklave zwischen den Stadtteilen Ippendorf auf dem Venusberg und dem zentral gelegenen Stadtteil Poppelsdorf. Hauptsächlich ist die Liegenschaft durch Grünflächen und kleinere Anteile an Forstflächen geprägt. Im Westen der Liegenschaft verläuft der Engelsbach, welcher im späteren Verlauf im Norden über das Grundstück des Freibads „Melbbad“ fließt.

Die Liegenschaft umfasst circa 31,1 ha Grundfläche, welche zum größten Teil aus drei verschiedenen, abgezäunten Weideflächen gebildet wird. An der nördlichen Spitze der Liegenschaft befindet sich die Außenstelle des botanischen Gartens von Bonn. Angrenzend am südlichen, höher gelegenen Teil der Liegenschaft befindet sich die Unisportanlage der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn.


Die Geschichte

Gut Melb wurde um 1845 im Melbtal errichtet.

In den 1940er Jahren ging Gut Melb an die Stadt Bonn über. Das von nun an im Eigentum der öffentlichen Hand liegende Gut, wurde nach Kriegsende von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität genutzt.

Im Jahr 1952 wurde im Herrenhaus des Guts das Institut für landwirtschaftliche Zoologie und Bienenkunde eingerichtet, inklusive der Lehr- und Versuchsimkerei der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität.

Bis 2016 war in den Gebäuden am Melbweg 42 das Institut für Nutzpflanzenwissenschaften und Ressourcenschutz (kurz: INRES) der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn untergebracht.

Einzig die Lehr- und Versuchsimkerei ist bis heute im Melbweg 11 verortet. Im Falle eines Verkaufs der Liegenschaft durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalens (kurz: BLB NRW) ist der Verbleib der Universitätsimkerei unklar.

Der aktuelle Stand

Der historische Gebäudebestand von Gut Melb, welcher ein Herrenhaus, Scheunen und weitere Gebäude zur landwirtschaftlichen Nutzung mit insgesamt rund 5.000 qm Fläche umfasst, verfällt ungenutzt. Zwar kommt der Bau- und Liegenschaftsbetrieb Nordrhein-Westfalen seinen Pflichten als Eigentümer nach, doch der dauerhafte Leerstand schadet den historischen Immobilien sichtlich.

Nun bereitet der BLB NRW die Veräußerung über ein sogenannte Bieterverfahren vor. Es besteht also die Möglichkeit, dass das Gut an einen wohlhabenden Käufer übergeht, der aus dem Gut eine abgeschirmte Unterkunft macht. Somit wäre das Gut kein Mehrwert mehr für die Bonner Öffentlichkeit. Insbesondere, da die zum Gut gehörenden Wald- und Wiesenflächen einen wichtigen Frischluftkanal, sowie ein Freizeit- und Erholungsgebiet für die im Tal liegende Bundesstadt Bonn darstellen, wäre eine private Nutzung des Guts ein Verlust für die Allgemeinheit.

Das Gut sollte, nachdem es fast siebzig Jahre von der Rheinischen Friedrich-Wilhelms- Universität Bonn als öffentliche und sozialwirtschaftliche Einrichtung genutzt wurde, ein Ort sein, welcher der Bonner Bevölkerung einen lokalen Mehrwert verspricht.

Um sämtliche zuständigen Instanzen davon zu überzeugen, den Mietvertrag mit der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn zu kündigen und das Gut durch das sogenannte Bieterverfahren an private, gesellschaftsfreundliche Investoren zu verkaufen, bedarf es eines überzeugenden Plan darüber, wie das Gut nach dem Kauf nachhaltig gemeinwohlorientiert genutzt und finanziell unterhalten werden kann.

Um dieses Ziel mit Bonner Bürgern umzusetzen, befindet sich die Initiative derzeitig in der Gründung eines Vereins.